Wechseljahre: Definition, Symptome, Hormone und ganzheitliche Therapieansätze
Wechseljahre – wenn sich alles ändert. Die Wechseljahre sind eine natürliche Phase im Leben jeder Frau – und gleichzeitig eine Zeit großer körperlicher und emotionaler Veränderungen. Viele Beschwerden lassen sich gut erklären und verstehen, wenn man die zugrunde liegenden hormonellen Prozesse versteht. Dieser Blogartikel bietet einen klaren Überblick über Definition, Symptome, die Rolle von Östrogen und Progesteron, Diagnose sowie moderne Behandlungsmöglichkeiten.
Eine Umfrage hat ergeben, dass 30-70% der Frauen therapeutische Hilfe während der Wechseljahre, dem Klimakterium benötigen. Nur 10% gaben keinerlei Beschwerden an und 10% hatten so starke Symptome, dass sie arbeitsunfähig waren.
Was sind die Wechseljahre?
Die Wechseljahre (Klimakterium) beschreiben den Zeitraum, in dem die Eierstöcke ihre Hormonproduktion allmählich einstellen. Dieser Prozess beginnt meist ab dem 40. Lebensjahr und dauert mehrere Jahre. Es kommt zu Veränderungen in der Hormonproduktion. Die Produktion in den Ovarien / Eierstöcken nimmt ab, zunächst sinkt der Progesteronspiegel und später dann auch der Östrogenspiegel. Die Beschwerden können dann denen einer Östrogendominanz ähneln.
Sie verlaufen in mehreren Phasen:
- Prämenopause: erste Zyklusveränderungen, Progesteron sinkt zuerst
- Perimenopause: stärkere Schwankungen, häufige Beschwerden, dauert mehrere Jahre, kann ab dem 35. Lebensjahr beginnen
- Menopause: letzte Regelblutung (im Schnitt mit 51 Jahren)
- Postmenopause: endgültige hormonelle Umstellung, 12 Monate nach der letzten Blutung
Es kommt zu Veränderungen in der Hormonproduktion. Die Produktion in den Ovarien / Eierstöcken nimmt ab, zunächst sinkt der Progesteronspiegel und später dann auch der Östrogenspiegel.
Typische Beschwerden in den Wechseljahren
Hormonelle Veränderungen betreffen nahezu alle Körpersysteme. Typische Beschwerden sind:
Vasomotorische Symptome
- Hitzewallungen
- Schweißausbrüche
- nächtliches Schwitzen
Schlaf und Nervensystem
- Einschlaf- und Durchschlafstörungen
- nächtliches Aufwachen (häufig zwischen 2–4 Uhr)
- Herzklopfen
- Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen
- Gedäcthnis- und Konzentrationsprobleme
- depressive Stimmungen
- Müdigkeit, Erschöpfung
Zyklus und Hormone
- unregelmäßige Zyklen
- stärkere oder schwächere Blutungen
- Libidomangel
Stoffwechsel
- Gewichtszunahme (vor allem Bauch)
- Heißhunger, Unterzucker
- Veränderungen von Blutfetten
Genitale & urogenitale Symptome
- trockene Schleimhäute
- Schmerzen beim Sex
- wiederkehrende Blasenentzündungen, Blasenschwäche
Weitere mögliche Symptome
- Gelenk- und Muskelschmerzen
- Migräne
- Histaminintoleranz / Allergieneigung
- Schilddrüseninstabilität
- Wassereinlagerungen
Die klimakterischen Beschwerden bzw. Beschwerden in den Wechseljahren können sehr variieren oder auch phasenweise auftreten.
Wie oben schon beschrieben, kommst es zuerst zu einem Abfall des Progesterons, später sinkt dann auch das Östrogen (Östradiol).
Ein Progesteronmangel ist also die häufigste Ursache der frühen Wechseljahressymptome.
Wirkungen von Progesteron
- wirkt beruhigend auf das Nervensystem
- fördert Schlaf (insbesondere Tiefschlaf)
- stabilisiert den Blutzucker
- wirkt entzündungshemmend
- schützt Brustgewebe
- reguliert den Zyklus
- wirkt ausgleichend auf Östrogen
Typische Symptome bei Progesteronmangel
- Schlafprobleme
- nächtliches Aufwachen
- innere Unruhe
- Brustspannen
- PMS
- Wassereinlagerungen
- verstärkte Histaminreaktionen
Östrogen bleibt länger stabil, fällt aber später ebenfalls stark ab – und zeigt zuvor große Schwankungen.
Wirkungen von Östrogen
- stabilisiert den Zucker- und Fettstoffwechsel
- baut Kollagen auf (Knochen, Haut, Gelenke, Faszien)
- fördert Energie & Stimmung
- reguliert Temperaturzentrum
- unterstützt Gedächtnis & Konzentration
- stärkt Knochen
- hält Schleimhäute feucht
Symptome bei Östrogenschwankungen oder -mangel
- Hitzewallungen
- Schweißausbrüche
- Stimmungsschwankungen
- trockene Schleimhäute
- Gewichtszunahme
- Herzrasen
- Hautalterung
- Gelenkschmerzen
Diagnostik der Wechseljahre
Am aussagekräftigesten ist hier tatsächlich schon die Anamnese: Symptome und Beschwerden, Zyklus, passendes Alter.
Labordiagnostik
Hier bietet sich die Bestimmung folgender Werte an:
- Östradiol und Progesteron (Blut oder Speichel)
- FSH und LH
- SHBG
- ggf. Testosteron, DHEA-S
- Schilddrüsenhormone (TSH, fT3, fT4)
- Cortisoltagesprofil
Weitere Diagnostik
- Vaginale Untersuchung, ggfs. Ultraschall (Gynäkologische Praxis)
- weitere Blutuntersuchungen (Zucker, Blutfette, Leber, Niere)
- Vitamin D, B12, Ferritin
- Vollbutmineralanalyse
- Mikrobiom
Therapiemöglichkeiten während der Wechseljahre
Lebensstil & Ernährung
- stabiler Blutzucker (weniger Zucker, mehr Eiweiß, komplexe Kohlenhydrate)
- ausreichend Schlaf
- Stressmanagement
- viel Bewegung & Krafttraining
- weniger Alkohol (besonders Bier – Histamin, Östrogen, Schlafstörung)
Die Leber unterstützen: Die Leber ist entscheidend für den Abbau der Hormone. Ist sie durch Zucker, Kaffee, Rauchen oder andere Toxine überlastet, können Hormone nicht mehr so gut abgebaut werden.
Den Darm unterstützen: Im Darm werden durch bestimmte Enzyme Hormone wieder aufgenommen oder ausgeschieden.
Pflanzen- und Naturstoffe (in Absprache mit Arzt / Heilpraktiker)
- Mönchspfeffer (bei Zyklusbeschwerden)
- Traubensilberkerze
- Ashwagandha (Schlaf & Stress)
- Rhodiola
- Rotklee / Phytoöstrogene
- Magnesium
- B-Vitamine
- Omega-3
- Vitamin D
- Ausgleich von weiteren Mängeln
Hormonersatztherapie (HET)
- bioidentisches Östrogen (Gel, Spray, Pflaster)
- bioidentisches Progesteron (Kapseln, Creme)
Vorteile:
- kann Hitzewallungen deutlich reduzieren
- verbessert Schlaf, Stimmung, Knochen, Herz-Kreislauf
- schützt die Vaginalschleimhaut
- senkt langfristig Osteoporose-Risiko
Wichtig! : Individuell eingestellt durch Gynäkologische Praxis!
Zu Beginn der Wechseljahre oder wenn nur leichte Dysbalancen der Hormone vorliegen, kann auch mit bioidentischen Hormonen in homöopathischen Dosierungen ein Behandlungsversuch gemacht werden.
Behandlung von Begleiterkrankungen
- Schilddrüse stabilisieren
- Darmflora regulieren (Histamin, Entzündung, Schlaf)
- Insulinresistenz behandeln
- Stress- & Cortisolhaushalt verbessern
Fazit
Die Wechseljahre sind ein natürlicher, aber komplexer Umbauprozess im Körper. Viele Beschwerden lassen sich durch das Verständnis der beiden zentralen Hormone Progesteron und Östrogen gut erklären und behandeln.
Mit einer Mischung aus Lebensstil, Hormonbalance, darmfreundlicher Ernährung, Pflanzenstoffen, Stressregulation und ggf. Hormonersatztherapie können die meisten Frauen diese Zeit stabil, energievoll und gut begleitet erleben.
„Frau“ ist den Wechseljahresbeschwerden also keinesfalls hilflos ausgeliefert. Es ist keine Zeit, durch die „Frau“ durch muss und die Symptome „ertragen“ muss, nach dem Motto: „ Da kann man nichts machen“.
Frauengesundheit ganzheitlich betrachtet, bedeutet alle Einflussfaktoren auf den Hormonhaushalt zu berücksichtigen.
Wenn Du mehr erfahren möchtest zum Thema Wechseljahre oder Dir Unterstützung wünschst, dann nimmt Kontakt zu mir auf!
Deine Andrea
Heilpraktikerin Münster
Heilpraktikerin Coesfeld
Praxis für DARM-Gesundheit, Frauengesundheit und Stressmedizin
Die Blogartikel dienen ausschließlich der Information und Wissensvermittlung. Sie sind keine medizinische Beratung und dienen nicht der Diagnose oder Behandlung von Krankheiten. Wenn du Beratung zu gesundheitlichen Beschwerden benötigst, wende dich an einen Arzt oder anderen qualifizierten Therapeuten.


